Giorgio Armani ist am 2. September 2025 in Mailand gestorben. Der legendäre Modemacher wurde 91 Jahre alt und galt bis zuletzt als einer der letzten großen unabhängigen Couturiers. Mit seinem Tod endet eine Ära – zugleich stellt sich die Frage, wie es mit dem milliardenschweren Modeimperium weitergeht.
Erbe in Milliardenhöhe – ganz ohne direkte Erben
Giorgio Armani, der stets unabhängig blieb und bis zuletzt 99,99 % seiner S.p.A. hielt, hinterließ ein geschätztes persönliches Vermögen zwischen 10 und 12 Milliarden US-Dollar, schätzt das Wirtschaftsmagazin Forbes. Das Modehaus selbst erzielte 2024 Umsätze von rund 2,3 Milliarden Euro bei etwa 570 Millionen Euro Nettogewinn.
Armani hatte keine Kinder und war nicht verheiratet. Stattdessen vererbte er sein Lebenswerk an ein Netzwerk aus Familie und langjährigen Vertrauten, um zu verhindern, dass sein Imperium zerfällt oder verkauft wird, wie Bunte und Reuters berichten.

Das Quartett an der Spitze – Familie trifft Kreativität
In seinem letzten Interview mit der Financial Times beschrieb Armani, er wolle die Übergabe „organisch“ gestalten. Das bedeutet für die Personalien konkret:
- Leo Dell’Orco, sein langjähriger Partner und Leiter der Herrenkollektionen, zählt zu den wichtigsten Vertrauten und soll weiterhin kreativ das Haus prägen, wie Vogue weiß.
- Seine Nichten Silvana und Roberta Armani sowie sein Neffe Andrea Camerana sind seit Jahren aktiv im Unternehmen und sollen künftig Verantwortung tragen, so die Gala.
- Auch seine Schwester Rosanna wird als potenzielle Erbin erwähnt, ebenso wie insgesamt fünf Personen, die noch alle in Führungspositionen aktiv sind, schreibt Die Presse.
Armani wollte also keine Einzelperson, sondern einen Kreis der Verantwortung – und damit Kontinuität, Stil und Unabhängigkeit sichern. Schon 2016 gründete Armani eine Stiftung, die das Unternehmen kontrollieren und unabhängig halten soll, wie stern.de schreibt.
Überraschung in Armanis Testament
Im Testament von Giorgio Armani wurde jetzt der schrittweise Verkauf seines Modehauses verfügt, wie t-online.de berichtete. Demnach sollen innerhalb der nächsten 18 Monate 15 % des Unternehmensanteils verkauft werden, gefolgt von weiteren 30 bis 54,9 % in den darauffolgenden Jahren.
Als bevorzugte Käufer werden der Luxusgüterkonzern LVMH, der Kosmetikriese L’Oréal sowie der Brillenhersteller EssilorLuxottica genannt. L’Oréal besitzt bereits seit 1988 die Lizenz für Armani-Parfüms und -Kosmetika und erklärte, den Kauf eines Anteils „mit großem Bedacht“ zu prüfen. Die von Armani gegründete Stiftung und sein Lebenspartner Pantaleo Dell’Orco erhalten zusammen 70 % der Stimmrechte. Der Designer hinterlässt ein global agierendes Modeimperium mit Marken wie Giorgio Armani, Emporio Armani und A|X Armani Exchange.

