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Karrierefalle Nettigkeit: Warum zu viel Harmonie dich ausbremst

Wusstest du, dass zu viel Nettigkeit deine Karriere bremsen kann? Warum das so ist, erklären wir dir im Folgenden.

Eine lächelnde Geschäftsfrau, die mit einem Laptop und einer Kaffeetasse in der Hand durch ihr Büro geht.
© Getty Images

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Nett sein gilt in vielen Unternehmen als Tugend. Freundlichkeit, Teamgeist und Harmonie werden oft als Schlüssel zu einem angenehmen Arbeitsumfeld und langfristigem Erfolg gesehen. Doch so positiv diese Eigenschaften wirken mögen, kann übertriebene Nettigkeit auf der Karriereleiter schnell zum Stolperstein werden. Wir verraten dir warum.

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Warum Nettigkeit deiner Karriere schaden kann

Nettigkeit ist nicht gleichzusetzen mit Kompetenz oder Durchsetzungsfähigkeit. Menschen, die stets Konflikte vermeiden, jeden Wunsch erfüllen und ihre eigenen Interessen hintanstellen, signalisieren oft unfreiwillig Schwäche. Kolleg:innen und Vorgesetzte könnten die stille Selbstaufgabe als mangelndes Engagement, geringe Führungsqualitäten oder fehlende Eigeninitiative deuten.

Zudem kann übermäßige Harmonie zu Überlastung führen. Wer ständig anderen entgegenkommt, übernimmt Aufgaben, die nicht zu seinem Verantwortungsbereich gehören, und verliert den Fokus auf die eigenen Karriereziele. Das Risiko von Burnout steigt, während die eigene Position im Unternehmen stagniert.

Konfliktvermeidung kostet Karriere-Chancen

Psychologen und Psychologinnen sprechen hier von der „Harmoniefalle“: Menschen, die Konflikte meiden und sich ständig anpassen, riskieren, ihre Kompetenz zu unterschätzen oder unter Wert zu arbeiten. Sie wirken sympathisch, aber oft unscheinbar. Entscheidungen treffen andere, während man selbst die Rolle der Mitläuferin oder des Mitläufers übernimmt. Die Folge: stagnierende Karrierewege, Überlastung und ein Gefühl der Unzufriedenheit.

Gesunde Grenzen setzen

Es geht nicht darum, unfreundlich zu sein oder Teamgeist zu opfern. Vielmehr ist es entscheidend, Balance zu finden: freundlich, aber klar in der eigenen Position. Wer konstruktives Feedback gibt, eigene Vorschläge einbringt und gelegentlich „Nein“ sagt, zeigt Selbstbewusstsein – eine Qualität, die Vorgesetzte häufig höher bewerten als reine Gefälligkeit.

Selbstbewusst, freundlich und klar: Wer konstruktiv kommuniziert, punktet oft mehr als mit reiner Gefälligkeit. Credit: Getty Images/Manuela

Karriere:  Strategien gegen die Harmoniefalle

Wer die Karrierefalle Nettigkeit vermeiden möchte, sollte lernen, bewusst die eigenen Interessen zu vertreten. Zunächst hilft es, sich klarzumachen, in welchen Situationen man Harmonie über eigene Ziele stellt. Darauf aufbauend lohnt es, Prioritäten zu setzen: Wann ist Kooperation wirklich entscheidend, wann ist Durchsetzungsvermögen gefragt?

Gleichzeitig ist eine klare, freundliche Kommunikation entscheidend – eigene Grenzen zu formulieren, ohne die Beziehung zu gefährden. Und schließlich sollten Erfolge sichtbar gemacht werden: Wer seine Leistungen aktiv zeigt, bleibt im Gedächtnis, ohne arrogant zu wirken. Auf diese Weise lässt sich Freundlichkeit mit Selbstbewusstsein verbinden.

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Zwischen Nettigkeit und Durchsetzung: So gelingt der Karriereerfolg

Nettigkeit ist kein Makel – zu viel Nettigkeit kann jedoch den eigenen Fortschritt hemmen. Wer bewusst Balance hält zwischen Freundlichkeit und Selbstbehauptung, bleibt sympathisch, sichtbar und erfolgreich. Karriere erfordert nicht nur Kooperation, sondern auch Mut zur eigenen Meinung.

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