Maultaschen – die berühmten schwäbischen Teigtaschen – zählen zu den kulinarischen Schätzen Deutschlands und haben eine Geschichte, die so köstlich wie verschmitzt ist. Der Legende nach wurde das Gericht im späten Mittelalter von einem Laienbruder namens Jakob im Maulbronn Kloster erfunden, einem UNESCO-Weltkulturerbe in Baden-Württemberg. Sein Antrieb: Fleisch vor Gott zu verstecken. Die ganze Geschichte.
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Deutschland: Maultaschen haben eine lange Tradition
Die Maultasche besteht in der Regel aus einer Füllung, dem sogenannten Brät. Traditionell wird dieses aus Schweinefleisch, Kräutern, Zwiebeln und manchmal Semmelbröseln hergestellt. Später kamen auch Fisch und saisonales Gemüse wie Spinat, Karotten, Rote Bete oder Pilze hinzu – und wenn man den Legenden Glauben schenken mag, begann die Geschichte der Maultauschen bereits vor sehr vielen Jahren:
Damals durften die Mönche in der Fastenzeit kein Fleisch von vierbeinigen Tieren essen. Doch der Mönch Jakob kam kurz vor Ende der Fastenzeit unverhofft in den Besitz eines Stück Fleischs. Ein flüchtender Dieb hatte seinen Sack mit Beute fallen lassen, welcher Jakob direkt vor die Füße fiel.

Der Mönch nutzte seine Chance
Das Fleisch hüllte Jakob dann, gemeinsam mit einigen Kräutern und Zwiebeln, in einen Nudelteig – so konnte er die verbotene Zutat sowohl vor den Augen seiner Mitbrüder als auch vor Gott selbst verbergen. Kein Wunder also, dass die Schwaben die Teigtaschen auch liebevoll „Herrgottsbescheißerle“ nennen.
Doch wie viel ist an der Legende dran? Gegenüber der Stuttgarter Zeitung erklärt die Klosterverwaltung Maulbronn: „„Die Geschichte der Maultasche ist nur eine Legende. Sie kann nicht belegt werden und wir haben leider keine Nachweise oder Dokumentationen, wer diese Legende in die Welt gesetzt hat.“
So gibt es noch weitere Geschichten
Laut einer anderen Erzählung kamen Ende des 17. Jahrhunderts italienische Protestant*innen aus dem Piemont über die Alpen in die Region um Maulbronn. Sie brachten Teigwaren wie Ravioli oder Tortellini mit, aus denen sich vermutlich die schwäbische Variante entwickelte.

Du merkst schon: Die Legende von der Erfindung der „Herrgotts-Bescheißerle“, so anschaulich sie auch sein mag, stimmt gleich an mehreren Ecken und Enden nicht. Dennoch bleibt sie eine gute Geschichte – und wer weiß, das Gegenteil wurde bisher ja auch nicht bewiesen!
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Tipp: Das Kloster kann besichtigt werden
Im Rahmen verschiedener Führungen kannst du selbst in die Geschichte des Klosters und der Maultaschen eintauchen. Es gibt „Klassische Klosterführungen” oder „Sonderführungen”, bei denen du einen nächtlichen Rundgang um das Kloster machst oder köstliche Weine aus der Umgebung probieren kannst.

