Wer im Frankfurter Stadtwald unterwegs ist, stößt gezwungenermaßen auf eine Sehenswürdigkeit, die gleichermaßen belustigt wie irritiert. Zwischen alten Bäumen steht dort ein Spitzahorn, der mit einer unerwarteten Reaktion überrascht: Kommt man ihm zu nahe, setzt er einen kräftigen Wasserstrahl ab.
Der „Pinkelbaum“, wie er im Volksmund heißt, ist längst weit mehr als eine lokale Kuriosität – er gilt als eines der bekanntesten Beispiele für humorvolle Kunst im öffentlichen Raum. Doch was steckt dahinter? wmn stellt den faszinierenden Baum vor.
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In Frankfurt: Kuriose Kunst mitten im Stadtwald
Sein Ursprung liegt nicht in einer Laune der Natur, sondern in einem städtischen Kunstprojekt. Anfang der 1990er-Jahre entstand im Frankfurter Grüngürtel die Initiative „Komische Kunst“. Ziel war es, die beliebten Naherholungsgebiete mit humorvollen Installationen aufzuwerten.

Unter den beteiligten Künstler*innen befand sich auch der Karikaturist F. K. Waechter. Er entwarf mehrere Werke für den Stadtwald – darunter den Pinkelbaum, der 2006, ein Jahr nach seinem Tod, umgesetzt wurde. Waechter gab der Idee einen sprechenden Titel: „300 Jahre hat man mich angepinkelt – ab heute piss ich zurück„, heißt es auf der offiziellen Website der Stadt Frankfurt.
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Technischer Kniff mit Augenzwinkern
Das Geheimnis des ungewöhnlichen Baums steckt im Stamm. Dort ist ein Rohrsystem verbaut, das mit einem Bewegungsmelder verbunden ist. Registriert dieser eine Annäherung, wird Wasser ausgelöst – ganz gleich, ob jemand wirklich vorhat, an den Baum zu urinieren oder nicht. In den Wintermonaten bleibt die Anlage allerdings außer Betrieb, um Schäden durch Frost zu vermeiden.

Zwischen Satire und Denkzettel
Der Pinkelbaum sorgt seit seiner Errichtung für Aufmerksamkeit. Internationale Reiseführer haben ihn vorgestellt, auf Instagram ist er ein beliebtes Fotomotiv. Doch dahinter verbirgt sich auch ein Hinweis mit ernster Note. Das Urinieren im Wald ist verboten und kann mit empfindlichen Bußgeldern geahndet werden.
Der Pinkelbaum führt diese Regel nicht mit erhobenem Zeigefinger vor Augen, sondern mit einem Schuss Humor – und eben einem Strahl Wasser.
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