Der Kulturpass sollte junge Menschen für Kultur begeistern und nach der Pandemie mehr Besucher*innen zu Theatern, Museen und Konzerten bringen. 2024 bekamen 18-Jährige dafür noch 200 Euro, 2025 immerhin 100 Euro. Doch nun soll die Unterstützung zum Jahresende auslaufen. Bei Schülervertreter*innen und Kulturschaffenden sorgt dieser Umstand für Unmut.
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Ende des Kulturpasses: Keine Unterstützung mehr für junge Menschen ab Januar 2026
Die Bundesregierung hat beschlossen, den Kulturpass für junge Menschen nicht fortzuführen. Wie auf der Webseite des Programms bekannt gegeben wird, endet der Kulturpass zum Jahresende 2025, wie die Zeit berichtet. Der Kulturpass wurde vor 2 Jahren auf Initiative der damaligen Kulturstaatsministerin Claudia Roth (Grüne) mit einem Betrag von 200 Euro gestartet. 2024 konnten sich 18-Jährige immerhin noch 100 Euro als persönliches Kulturbudget sichern. Dieses Geld ließ sich für Museen, Konzerte, Kino oder Bücher nutzen.
Roths Nachfolger Wolfram Weimer führte eine Einschätzung des Bundesrechnungshofs an, wonach der Kulturpass verfassungsrechtlich nicht gedeckt sei. Seit der Einführung beliefen sich die Ausgaben laut Angaben aus Weimers Behörde auf mehr als 100 Millionen Euro. Damit endete das Förderprogramm, das jungen Menschen den Zugang zur Kultur erleichtern sollte.
Einstellung des Kulturpasses sorgt für Kritik
Die Bundesschülerkonferenz zeigte sich empört über das Ende des Kulturpasses. „Es kann nicht sein, dass nur die Kinder von Ärzten und Anwälten ins Theater und ins Kino gehen können“, erklärte Generalsekretär Quentin Gärtner. Er betonte, dass der Kulturpass für Chancengleichheit sorgt und nicht nur Kinder aus wohlhabenden Familien Zugang zu Theater oder Kino haben sollten. Kultur sei wichtig, um demokratische Werte zu stärken und gesellschaftliche Teilhabe zu fördern. Wenn Ihr wollt, dass wir Demokraten werden, dann fördert das doch bitte auch.“
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Die Bundesschülerkonferenz kritisierte, dass es ohnehin schon viel zu wenige bezahlbare Kulturangebote für junge Menschen gebe. Durch die Abschaffung des Kulturpasses würden Jugendlichen nun wichtige außerschulische Bildungsmöglichkeiten entzogen. Dies sei „ein Schlag ins Gesicht“ der Schülerinnen und Schüler und sende „ein völlig falsches Signal“.

