Zu Omas Zeiten gab es deftiges Fleisch in Hülle und Fülle. Die heutige Gen Z setzt aber eher auf vegetarische und vegane Produkte. Doch gerade eine Hülsenfrucht, die es schon weiter vor Omas Jugend gab, scheint nun ein Comeback zu feiern – und gehört mittlerweile zu den wichtigsten Bestandteilen des besten Fleischersatzes. Die Rede ist von der Körnererbse. Wie diese unseren Fleischkonsum eindämmen kann, liest du hier.
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Was ist die Körnererbse eigentlich?
Die Körnererbse existiert laut der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung tatsächlich nicht erst seit Omas Jugend, sondern schon seit den historischen Zeiten in Mitteleuropa. Ursprünglich stammt sie aus dem Nahen Osten, wo sie schon vor 8.000 Jahren angebaut wurde!
Schon die Römer*innen nutzten die Erbse als Nahrungs-, aber auch als Futtermittel. Im Gegensatz zur „Zuckererbse“ oder „Markerbse“, wird die Körnererbse getrocknet, was sie länger lagerfähig macht.

Die unscheinbaren Hülsenfrüchte zeigen von Mai bis Juni ihre weißen Blüten, bevor sie im Hochsommer reifen. Im Juli ist Erntezeit: Die Hülsen werden hart, die Samen fest und gelblich bis braun. Das ist das Signal für Landwirtinnen und Landwirte, den Mähdrescher auf das Feld zu bringen. Laut Statistischem Bundesamt konnten in Deutschland in diesem Jahr auf 137.600 Hektar geerntet werden. Damit ist die Anbaufläche um über 6 Prozent gestiegen im Vergleich zum Vorjahr.
Körnererbse: Darum feiert sie ein Comeback
Während unsere Omas die Körnererbse damals nutzten, um mit ihnen Erbsensuppe oder Erbspüree, Eintöpfe, Erbsenbrei oder Füllungen für Teigtaschen oder Knödel zu machen, wird sie heute vor allem als Fleischersatz genutzt.
Seit Jahren ist der Markt für Fleischersatz auf dem Vormarsch, während gleichzeitig der Fleischkonsum sinkt. Damit wird die Herkunft pflanzlicher Rohstoffe immer wichtiger. Sowohl die Lebensmittelindustrie als auch der Handel legen steigenden Wert auf eine nachhaltige Erzeugung. Immer öfter stellt sich deshalb die Frage: Woher stammt das Protein in Burgern, Drinks und Snacks? Eine Antwort kommt von Europas Feldern: aus der Körnererbse. Sie ist eine der wichtigsten Hülsenfrüchte hierzulande und liefert das gefragte Protein in immer mehr Plant-based-Produkten.

„Die Körnererbse ist eine alte Bekannte, die aktuell eine echte Renaissance erlebt“, sagt Stephan Arens, Geschäftsführer der Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen e. V. (UFOP). „Was früher als Zutat im Eintopf galt, ist heute eine gefragte Basis für Burger, Pflanzendrinks oder Proteinprodukte im Fitnesssegment. Und das immer häufiger aus europäischem Anbau.“
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Die Körnererbse: So hilft sie dem Ökosystem
Neben ihrem Einsatz in der Lebensmittelindustrie punktet die Körnererbse auch ökologisch: Ihre Wurzeln leben in Symbiose mit stickstoffbindenden Bakterien, was den Einsatz von Mineraldünger reduziert. Das schont Böden und Grundwasser und hinterlässt Nährstoffe für die Folgekultur. „Die Körnererbse ist ein Paradebeispiel dafür, wie regionale Landwirtschaft, Klimaschutz und Ernährungstrends zusammenspielen können“, betont Arens.
Ernährungsphysiologisch liefert die Körnererbse hochwertiges Eiweiß, Stärke und wertvolle Ballaststoffe. Ihr neutraler Geschmack macht sie vielseitig einsetzbar, von der heimischen Küche bis zur industriellen Verarbeitung.
Mit dem steigenden Flächenanbau und der wachsenden Nachfrage nach pflanzlichen Proteinen dürfte die Körnererbse künftig noch mehr Präsenz auf dem Feld und im Lebensmittelregal zeigen, weit über Omas Erbsensuppe hinaus.
Pressemitteilung: DIE VIER VON HIER!

Unsere Autorin Anika ist Expertin, wenn es darum geht, die neusten Interior-, Putz- und Living-Trends von TikTok, Instagram und Co. in ihren eigenen vier Wänden umzusetzen. Diese Tricks und Tipps gibt sie auf wmn und auch im echten Leben mit viel Liebe zum Detail weiter.

