Es ist schneeweiß, architektonisch komplett außergewöhnlich – und hat eine extrem geheimnisvolle Geschichte und Vergangenheit. Die Rede ist vom sogenannten „Gue(ho)st House“ – ein Wortspiel aus den englischen Wörtern „Host“ (zu Deutsch: Gastgeber), „Ghost“ (zu Deutsch: Geist) und „Guest“ (zu Deutsch: Gast). Doch nicht nur das Haus an sich ist geheimnisvoll – auch seine Geschichte kann schon von einer reichen Vergangenheit erzählen. Wir haben alle Fakten zu diesem architektonischen Meisterwerk.
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Das „Gue(ho)st House“: Daher rührt sein besonderes Aussehen
Auf dem Grundstück der La Synagogue de Delme Contemporary Art Center in Delme, Frankreich, befindet sich ein beinahe gespenstischer Anblick: ein Haus, welches aussieht wie ein Geist – und gleichzeitig irgendwie auch wie ein geschmolzenes Marshmallow. Das sogenannte „Gue(ho)st House“ ist eine Mischung aus Gallerie und Besucher*innenzentrum – und ein Publikumsmagnet für Architektur-Liebhaber*innen.

Der Grund für dieses besondere Haus ist der einfache Fakt, dass man das Besucher*innenzentrum für Außenstehende von der Straße sichtbarer und besser erkennbarer machen wollte. Wie könnte das besser funktionieren als mit einem Haus, welches wie ein Geist daherkommt?
Diese geheimnisvolle Vergangenheit hat das „Gue(ho)st House“
Allerdings sollte dabei die Geschichte des Grundstücks nicht vergessen werden. Vorhang auf für die französischen Künstler-Architekt*innen Christophe Berdaguer und Marie Péjus, welche ihre Aufmerksamkeit auf ein bestimmtes Haus richtet. Denn genau diese Immobilie hatte schon eine lange Geschichte.
Tatsächlich war dieses Gebäude schon einmal ein Gefängnis, danach eine Schule – und zuletzt ein Bestattungsunternehmen! Hierbei handelte es sich also um einen Ort, an dem die unterschiedlichsten Menschen aus- und eingingen. Und genau diese Menschen hinterließen Spuren der Vergangenheit zwischen den vier Wänden des Hauses… wie ein Geist es eben auch so macht.

Die Idee, dieses Gebäude in ein tatsächliches „Ghost House“ zu verwandeln war geboren. Das gesamte Haus wurde dafür mit Polystyrol verkleidet, um dem besonderen Objekt seine ‚chunky‘ Form zu geben. Anschließend bedeckten die Architekt*innen das Polystyrol mit Polyurethan-Gießharz, damit die Fassade solide und wasserfest wurde. Das ursprüngliche gelbe Gießharz wurde dann nur noch Weiß angemeldet, wodurch die geisterhafte Fassade entstehen konnte, die auf den Boden darunter zu tropfen und mit ihm zu verschmelzen scheint.
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Das „Gue(ho)st House“: Dadurch bekam es seinen spooky Namen
Ein spooky Haus braucht einen passenden Namen. Diese wurde inspiriert von dem französisch-amerikanischen Maler und Bildhauer Marcel Duchamp und seinem berühmten Wortspiel: A Guest + A Host = A Ghost. Die besondere Rolle des „Gue(ho)st House“ erfüllt hierbei alle drei Rollen: Das Kunst-Zentrum ist der Gastgeber, die Besucher*innen die Gäste – und alle beiden Parteien kommen in einem Geister-Haus zusammen.

Unsere Autorin Anika ist Expertin, wenn es darum geht, die neusten Interior-, Putz- und Living-Trends von TikTok, Instagram und Co. in ihren eigenen vier Wänden umzusetzen. Diese Tricks und Tipps gibt sie auf wmn und auch im echten Leben mit viel Liebe zum Detail weiter.

